Samstag, 14. Juni 2014

Wie Orientierung funktionieren sollte ...

"Man lebt erst dann wahrhaftig an einem Ort, wenn man sich nicht mehr mit Quatsch wie Straßennamen abgibt, denn die Namen der Straßen sind irrelevant. Die große rote Scheune, das abgebrannte Haus, die zweite links, das waren unbestreitbare Koordinaten und alles an Karte, was man brauchte."

Colson Whitehead, Der letzte Sommer auf Long Island

Donnerstag, 6. Februar 2014

Vom Start weg

Die Rollen sind bei einer Stadtführung normalerweise ja eindeutig verteilt: Guide geht vor und erzählt, Besucher läuft hinterher und hört zu. Wie wäre es, das öfter mal umzudrehen?

Beim Selberreisen finde ich ja immer die ersten Eindrücke aufregend - z.B. mit Taxi oder Bus vom Flughafen oder Bahnhof zum eigentlichen Ziel. Verkehr, Werbetafeln, Denkmäler, Tankstellen, Wohnhäuser, Straßennamen, Marktstände, Passanten ... man ist gleich mittendrin im Wahrnehmen / Interpretieren und hat meistens keinen da zum Fragen.


Geschäftsidee: Leute z.B. vom Flughafen abholen, ihnen aber nicht einfach den Weg zeigen und alles abnehmen, sondern sie "begleiten", als kulturell-gesellschaftliche Übersetzerin sozusagen. Und man lernt wahrscheinlich eine Menge darüber, wie die eigene Stadt so funktioniert, wenn man dort neu ist. Selbstverständlichkeiten, Routinen werden überprüft. Interessant auch zu erfahren, was Besuchern so als erstes auffällt.

Das müsste also eigentlich in zwei Richtungen laufen - nicht nur "rent your personal guide", sondern auch "rent your personal traveller" ...